Daraufhin 1896 wurden die ersten Pläne für den geplanten Streckenverlauf erstellt. Die Investoren für dieses Vorhaben waren die umliegenden Gemeinden, der Kreis, Gutsbezirke und die Zuckerfabrik Hessen. Die Firma Brandes & Co. begann mit den Bauarbeiten am 18.01.1898. Bereits 8 Monate später fuhren schon Bauzüge auf der neuen Strecke bis Zilly und einen Monat später sogar Personenzüge. Da es aber Probleme mit der Finanzierung für die Arbeiten am neuen Streckennetz gab, übertrug die Firma Brandes & Co. die Arbeiten 1894 der Gesellschaft Lenz & Co. Welche auch die Betriebsführung übernahm und ihren Sitz auf dem Hessener Bahnhof hatte.
Im preußischen Teil war die KHM als Kleinbahn geführt und durfte demnach nur den örtlichen Verkehr zwischen den Gemeinden vermitteln. Hingegen galt sie auf Braunschweiger Gebiet als Nebenbahn. Auf der Braunschweiger Seite wurden bereits 1901 eine Verbindungslinien nach Hötzum fertig gestellt. In diesem Jahr wurde die KHM der Betriebsleitung der Westdeutschen Eisenbahngesellschaft unterstellt. Hierbei kam es zu einer Fusion der KHM, der BSE (Braunschweig-Schöninger Eisenbahn) und der OSE (Oschersleben-Schöninger Eisenbahn). Ziel war es einen Gemeinschaftsbetrieb zu schaffen mit durchgehenden Zügen von Heudeber bis nach Braunschweig ohne den Wechsel von Lokomotiven und Wagen. Gleichzeitig beabsichtigte man damit die Trennung von Personen- und Güterverkehr. Aber Probleme bereiteten die unterschiedlichen Bremsvorrichtungen der einzelnen Bahnen. Die schweren Personen- und Güterlokomotiven der BSE durften auf den leichten Gleisen der KHM nicht verkehren. Auch rechtlich gab es Komplikationen. Die KHM war immer noch eine Kleinbahn, hingegen die BSE und die OSE Privatbahnen waren und anderen Modalitäten unterlagen. So untersagte die Eisenbahndirektion in Magdeburg die Ausgabe von durchgehenden Fahrkarten. Letztendlich wurde der Traum vom Gemeinschaftsbetrieb der drei Bahnen zerschlagen und die KHM bestand nun als selbständiges Unternehmen weiter. Sie wurde später der Kleinbahn-Abteilung des Provinzialverbandes von Sachsen mit dem Sitz in Merseburg angegliedert.
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Ein weiterer Ausbau der Bahnanlage erstreckte sich hauptsächlich auf die Verlängerung und den Neubau von Verladegleisen. Die Bahn hatte ein Streckennetz von 21,3 km Länge mit 32 Weichen für den Rangierbetrieb. Die Bahnsteige hatten in der Regel eine Länge von 50 m Länge, nur in Mattierzoll wurde der Bahnsteig auf 90m Länge ausgebaut. Die Bahnsteige der privaten Bahnanlage waren mit denen der Staatsbahn durch Fußgängertunnel verbunden. Weiterhin bestand eine telefonische Verbindung der einzelnen Stationen miteinander. Nur die beiden Endbahnhöfe besaßen Einfahrtsignale. Die Stationen Mulmke, Zilly, Deersheim und Hessen besaßen Verladerampen. Der gesamte Streckenverlauf hatte nur kleinere Steigungen und mäßig angelegten Kurvenkrümmungen. Die Kleinbahnstrecke führte über 6 Brücken mit einer Weite von 4 – 6 m.
Im Jahre 1910 wurde der Bahnhof in Hessen wieder Betriebsbesitz der KHM. Hier waren über die Jahre ein zweigeschossiges Empfangsgebäude, ein vierständiger Lokomotivschuppen sowie eine Lokomotivbehandlungsanlage entstanden.
Die Zahl der zu befördernden Personen lag bei 95.000, die des Gütertransportes bei 90.000 bis 100.000 t pro Jahr. 1935 wurde ein Leichttriebwagen angeschafft, somit wurde eine weitgehende Trennung von Personen- und Güterverkehr herbeigeführt.
1941 führte man eine Grenzbegradigung im Bereich des Großen Bruches zwischen der preußischen Provinz Sachsen und dem Freistaat Braunschweig durch. Hessen gehörte fortan zu Preußen, hingegen Roklum zu Braunschweig kam.
Der 2. Weltkrieg hinterließ auch bei der Kleinbahn ihre Spuren. Im November 1922 beschossen amerikanische Flugzeuge einen Triebwagen. Im Dezember brannte ein Triebwagen im Hessener Lokschuppen vollständig aus. Durch die Kampfhandlungen in unmittelbarer Nähe wurde der Verkehr am 10.04.1945 auf einem Teil der Strecke eingestellt. Endbahnhof war nun Veltheim und später sogar Hessen.
Die Kleinbahn Heudeber-Mattierzoll wurde nach dem Befehl der Sowjetischen Militäradministration in das Eigentum der Provinz Sachsen übergeben. Am 01.04.1949 ging sie in das Eigentum der Reichsbahn über.
Nach Beendigung des Krieges blühte der Eisenbahnverkehr noch einmal auf. Danach unterlag er der Konkurrenz zum Kraftverkehr und wurde im Jahre 1969 eingestellt.
Text erstellt mit freundlicher Unterstützung von Frau Imke Germer-Schramm Bilder aus der Bildersammlung Rolf Gebensleben
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