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KARTOFFELVASE |
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Irrtümlicher Weise besteht die Annahme, dass im Hessener Schloß die erste Kartoffel als Zierpflanze und Knollenfrucht in Deutschland angebaut wurde.
Bereits weit vor dem 15. Jahrhundert war die Kartoffel in Südamerika, Chile und Peru als Nahrungsmittel bekannt. Im 16. Jahrhundert wurde sie nach England eingeführt. Schon 1565 erhielt König Philipp II. von Spanien aus Peru Kartoffel von portugiesischen Seefahrern. Von dort aus gelangten sie dann in die Niederlande und nach Österreich.
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Die Herzöge von Braunschweig – insbesondere Herzog Heinrich Julius – die Besitzer des Schlosses in Hessen waren, pflegten guten Beziehungen zum Kaiserhof in Wien unter Maximilian und Rudolf II. Herzog Heinrich Julius bekam bei einem Besuch in Wien eine Kartoffelknolle, eine botanische Seltenheit, vom Kaiser. Der Hofgärtner Johann Royer pflanzte das Geschenk des Kaisers als exotische Zierpflanze in eine über 1,50 m hohe steinerne Vase im fürstlichen Lustgarten in Hessen. Später wurde sie im Küchengarten als Nahrungsmittel angebaut.
Aus mehreren sachkundigen Berichten geht hervor, dass vor der Zeit Royers in Deutschland schon Kartoffel kultiviert wurden, aber in unserer näheren Umgebung zuerst in dem fürstlichen Lustgarten in der steinernen Vase als exotische Zierpflanze gezogen und später im Küchengarten angebaut wurde.
Die Vase hatte Ihren Standplatz bis vor kurzem in der Parkanlage des Schlosses. Heute hat sie einen neuen Standort im St. Elisabeth Stift gefunden.
Text erstellt mit freundlicher Unterstützung von Frau Imke Germer-Schramm
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© 2005 - Förderverein „Schloß Hessen“ e.V. - Stobenstraße 15 - 38835 Hessen
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